Nachdem seine Verlobte mit ihm Schluss gemacht hat, unternimmt Buster Keaton in einem kleinen Boot eine Weltreise. Unterwegs trifft er auf das Walfangschiff „Love Nest“ und wird Teil dessen Mannschaft. Durch seine ständigen Missgeschicke gerät er in Konflikt mit dem Kapitän und führt das Schiff in den Untergang – oder vielleicht doch nicht? Diese Seefahrerkomödie mit einem typisch Keaton’schen surrealen Touch war der letzte der 19 Kurzfilme, die Buster Keaton zwischen 1920 und 1923 als Solo-Komiker realisierte – und der einzige, bei dem er ganz allein die Regie verantwortete.
THE LOVE NEST […] besticht durch seinen zutiefst surrealen Humor und die „liebevolle, respektlose Nonchalance“, mit der „die üblicherweise deprimierenden Themen wie Verzweiflung und Tod“ behandelt werden. Ob der Film nun tatsächlich „die beste Veranschaulichung von Busters fatalistischer Lebensphilosophie“ ist [wie Jim Kline in seinem Band The Complete Films of Buster Keaton, 1993, schreibt], sei dahingestellt. Fest steht, dass er einige besonders schöne Beispiele für Busters mitunter an der Grenze der Gefühllosigkeit gehende Geistesgegenwart beinhaltet; etwa, wenn er mit kaltblütiger Entschlossenheit seinen Pork Pie gegen die Kapitänsmütze austauscht und sofort das Kommando übernimmt, nachdem Joe Roberts [als Kapitän] von einem harpunierten Wal in die Fluten gezerrt wurde (eine Reaktion, die etwas zu früh kommt, wie sich herausstellen soll).
Klaus Nüchtern: Buster Keaton oder die Liebe zur Geometrie. Wien 2012
THE LOVE NEST is one of the most comic pieces which the sad face comedian has given the screen. He utilizes the dream situation in building his burlesque, yet one never suspects this bit of ancient treatment until it is shown at the finish.
For sheer burlesque and comic exaggeration the Keaton comedies are in a class by themselves. This is good enough to steal the thunder away from a feature unless the chief attraction is an extraordinary one.
Laurence Reid, Moving Pictures News, 24 March 1923
So rapid was Buster Keaton’s rise to a commanding position in the comedy field that it has become the custom to look for another best in each subject published. In THE LOVE NEST most people will believe that he has succeeded again. It is one of the funniest short subjects on the market.
Somehow, you can forgive the dream ending, probably because you’re too tired from laughing to worry about it. He sets out in a small power boat to cruise the world and meets with pirates and other difficulties in such rapid succession as to keep up uninterrupted interest and almost unbroken laughter. It isn’t fair to tell what’s in a comedy. But there’s plenty in this one and it’s a riot.
Exhibitors Herald, 22 September 1923