Eine scharfe Satire über die Schattenseiten der Traumfabrik Hollywood, die auf beeindruckende, experimentelle Weise erzählt wird. Mit wenigen Mitteln schufen die Regisseure Robert Florey und Slavko Vorkapich mit Hilfe des späteren CITIZEN KANE-Kameramanns Gregg Toland die traumartigen, hochstilisierten Bilder dieses Märchens vom Misserfolg eines jungen Schauspielers in der amerikanischen Filmhauptstadt. Als Inspirationsquelle soll George Gershwins vier Jahre zuvor entstandenes bahnbrechendes Musikstück Rhapsody in Blue gedient haben, dessen Jazz-Ära-Energie im Film ein visuelles Pendant findet.
Der erste Experimentalfilm in den USA, der den Einfluss der expressionistischen Technik aufwies, war der Einakter THE LIFE AND DEATH OF 9413 – A HOLLYWOOD EXTRA. [Er] kostete weniger als hundert Dollar und wurde geschrieben und inszeniert von Robert Florey, einem ehemaligen europäischen Filmjournalisten und Regieassistenten, sowie Slavko Vorkapich, einem Maler mit dem starken Wunsch, poetische Filme zu drehen. […] Der größte Teil des Films wurde nachts in Vorkapichs Küche mit allerlei zusammengewürfeltem Material hergestellt – Papierquadern, Zigarrenkisten, Blechdosen, Lichtreflexen (von einer einzigen 400-Watt-Glühbirne erzeugt), einem Kinderbaukasten, Pappfiguren – und viel Einfallsreichtum.
Einen Eindruck von der Qualität des Films vermittelt die Beschreibung von Herman Weinberg (in Movie Makers, Januar 1929): „Die Hysterie und Aufregung rund um eine Premierenvorstellung […] wurde veranschaulicht, indem ein Wolkenkratzer (eine Pappminiatur) mit einer äußerst beweglichen Kamera aufgenommen wurde, die entlang der Kinofassade auf und ab und hin und her schwenkte, vorbei an einer Reihe zischender Bogenlampen, hinunter zu den eintreffenden Limousinen. Um die seelische Qual des Statisten darzustellen, schnitten Florey und Vorkapich groteske Papierstreifen in Form von knorrigen, bösartig aussehenden Bäumen aus, setzten sie als Silhouetten vor einen Hintergrund aus bewegten Schatten und brachten sie mit einem elektrischen Ventilator in Bewegung.“
Roger Manvell: Experiment in the Film. London 1949. Übersetzung aus dem Englischen
Upon its completion, Florey showed his little film to Charlie Chaplin, who was so impressed that he watched it five times and then invited the Hollywood’s elite to a screening at his home. The audience merely expected one of the comedian’s gags. Florey, fearing a negative reaction from the guests because of his satire of Hollywood, hid in the projection booth and snipped his name from the credits. But to his surprise “the producers and stars present […] were vitally interested in this new technique and at the unexpected angles of the shots”. When Chaplin divulged the identity of the movie creator, Florey was cheered. Douglas Fairbanks was moved to offer Florey his editing facility to prepare A HOLLYWOOD EXTRA for public exhibition. The enthusiasm was echoed even by such a traditional director as Henry King: “Everybody went wild over it […] It was way ahead of its time […] a stroke of genius […] it was the most original thought I ever saw”.
Brian Taves, Robert Florey, the French Expressionist. Metuchen/New York/London, 1987