Ein tollpatschiger amerikanischer Soldat gerät zwei Tage nach Eintritt in den Ersten Weltkrieg in Gefangenschaft. Am Tag des Waffenstillstands gelingt ihm der Ausbruch. Dass der Krieg nun zu Ende ist, ahnt er allerdings nicht. Er erreicht einen fiktiven Balkanstaat, dessen unbeliebter, alkoholkranker König ihm auffallend ähnlich sieht. Als der Soldat mitten hinein in ein Komplott gegen den König gerät, kommt es zu Verwicklungen ... SOLDIER MAN entstand unter Mitwirkung des späteren ES GESCHAH IN EINER NACHT-Regisseurs Frank Capra und gilt als einer der besten Kurzfilme mit dem Komiker Harry Langdon.
„Der schlafende Prinz ist so jungfräulich wie Lilian Gish“, schreibt Raymond Durgnat über Harry Langdon. Harrys Unschuld ist total, zu seiner Vorbewußtheit gehört auch eine völlige Ahnungslosigkeit gegenüber Frauen; er kennt nicht den Unterschied zwischen den „Guten“ und den „Bösen“, und Harrys Welt ist voll von Vamps, die es fatalerweise alle gerade auf ihn abgesehen haben. „Zu den üblichen Slapstick-Gefahren – Polizei, Tornados, Abgründe – kommen bei Langdon auch noch weibliche Begehrlichkeiten“ (Ulrich Kurowski). […]
In einigen Filmen tritt Harry als Sexualprotz auf, ohne daß davon sein vorsexueller Typus tangiert wäre. In THE SOLDIER MAN verleiht ihm in traumhaften Sequenzen eine glänzende Uniform das nötige Rückgrat – eine Aufmachung, in der der schlafende Prinz vollendet ist. Seine sexuellen Mißgeschicke erinnern häufig an Stan Laurel. Eine typische Stan-Laurel-Konstellation kommt in THE SOLDIER MAN vor, wo Harry einen harmlosen Bauern als Feind verfolgt und, indem er sich an ihn heranpirscht, fasziniert unter dem Euter einer Kuh landet.
Thomas Brandlmeier: Filmkomiker. Die Errettung des Grotesken. Frankfurt/Main 1983
Question: When you worked with Harry Langdon […], what effects were you after?
Frank Capra: Well, first of all, we invented a character for Langdon. It was an elfin character, a child-man. He had to think like a child-man. Chaplin depended upon wit to get himself out of trouble, and Harold Lloyd on speed, and Keaton on pure stoicism. But Langdon’s character had the mind of a child, a very slow child at that. You could just see the wheels were going very slowly. He could do a beautiful triple take. He’d see something, a lion or a beautiful dame or whatever. He’d look at it and then come back and look at it again and come back again and then suddenly see it on his triple take.
So the character we had must not be smart. He must not outsmart anybody. Only God was on his side. If a brick was going to fall on him, why, he’d just pick up something at the right time, and the brick would miss him. But he had nothing to do with it. God was his ally and took him through life because he was so innocent. He represented innocence. Wit, speed, stoicism, innocence – one word each for those four great comedians.
Dialogue on Film: Frank Capra, American Film, October 1978