Der junge Pfarrer Gösta Berling verliert sein Amt, weil er trinkt, und schließt sich einer Gruppe rauer Kriegsveteranen an. Gutsherrin Margaretha nimmt ihn auf ihrem luxuriösen Gut Ekeby auf, wo er als Hauslehrer arbeitet und den Frauen den Kopf verdreht. Tragische Ereignisse folgen, die sowohl Gösta als auch Margaretha immer weiter in den Absturz treiben. Mauritz Stillers monumentale Verfilmung des Debütromans der Nobelpreisträgerin Selma Lagerlöf markierte den Durchbruch des späteren Hollywood-Stars Greta Garbo. Als Gräfin Elisabeth spielt sie die einzige Frau, die Gösta retten und für sich gewinnen kann.
Mauritz Stiller zeichnet für die Regie; sie ist wieder meisterhaft und einzig. Nur die große Textverwendung muß gerügt werden. Allerdings war sie gerade bei diesem Werke zum Verständnis fast unerläßlich. Es schwebt eben zu viel Seelisches im Hintergrunde der Handlung, das mit den Worten der Dichterin [Selma Lagerlöf] gesagt werden muß.
Unser Urteil über die bildtechnische Leistung kann in ein paar Worten ausgedrückt werden: Selbst ein Beschauer des Films, den der Inhalt absolut nicht interessieren würde, käme angesichts dieser unendlichen Reihe von malerischen Bildszenen auf seine Rechnung und zu einem ungestörten künstlerischen Genuß. Genrebilder, wunderbare Landschaften – die Geschichte spielt in Wärmland – hervorragende „Kompositionen“, Bild für Bild absolut malerisch aufgefaßt und in höchster technischer Vollendung wiedergegeben. Ganz prachtvoll die Schlittenfahrt über den zugefrorenen See.
Und ebenso großartig und teilweise gewaltig die Darstellung. Eine bewundernswerte künstlerische Beherrschung zeichnet diese Darsteller aus, voran die (körperlich gesehen) Idealgestalt Lars Hansons als Gösta Berling und die in jeder Beziehung überragende Gerda Lundequist Dahlström als Majorin. Was der Nibelungenfilm und DIE ZEHN GEBOTE für die deutsche [und amerikanische] Filmkunst sind, bedeutet der GÖSTA BERLING-Film für die schwedische: Gipfelpunkt.
General-Anzeiger für Bonn und Umgegend, 4.10.1924
The movie is based on the debut novel by Selma Lagerlöf, the first woman to win the Nobel prize in literature. Its major set pieces include a breathtaking chase across the frozen surface of a lake and a fire scene to rival GONE WITH THE WIND’s burning of Atlanta. GÖSTA BERLING is, in fact, marvellous. Yet virtually every time the movie is mentioned it’s for one thing – GarboGarboGarboGarboGarbo.
Gösta Berling was Greta Garbo’s big break, her first substantial film role […]. But from a distance of almost a hundred years, it’s evident that Garbo – only eighteen years old and so beautiful it is said her close-ups made audiences gasp – is just one of many impressive things about GÖSTA BERLING. As the story unfolds, the title’s ex-pastor, played by Lars Hanson, has been defrocked. Introduced about forty minutes into the picture is the one woman who manages to save Gösta and have it stick: Countess Elisabeth Dohna, Garbo’s breakout role. […] By far the most erotic scene that Hanson and Garbo share is a trek by horsedrawn sled across a vast frozen lake, a pack of wolves in hot pursuit. Stiller’s momentum and pacing are superb, as he cuts back and forth between the sled on the lake, Gösta’s reckless exhilaration, and Elisabeth, who doesn’t know whether she is being rescued or abducted, but is excited by either possibility.
It was a smashing debut, but Garbo’s achievements were ahead of her.
Farran Smith Nehme, San Francisco Silent Film Festival, 2018