Schulende vor den Sommerferien. Als Bubi in die 7. Klasse versetzt wird, muss sich einiges ändern – allen voran seine Locken. Freundin Lotte, deren ältere Schwester Evi in Bubis Bruder Kurt verliebt ist, ist alles andere als begeistert. Und durch einen Streich von Bubi hängt auch der Segen zwischen Evi und Kurt schief. Wird Bubi es wieder richten? Hanna Henning gilt als eine der ersten deutschen Regisseurinnen. Zwischen 1915 und 1924 realisierte sie fast 50 Filme. Die Bubi-Filme waren ihre erste Serie von Familienlustspielen, in der sie das Spannungsfeld zwischen den Geschlechtern und Generationen aufgriff.
1915 wird Hanna Henning erstmals in der Bubi-Filmserie als Regisseurin genannt, sie produziert dabei in der eigenen Henning-Film. Die Serie gibt es bereits vorher, sie scheint von englischen und französischen Vorbildern übernommen zu sein. 1915 stellt Henning zwei Bubi-Filme in eigener Regie her, SEIN SCHUTZENGEL und UNVERSTANDEN, bei dem sie nachweisbar erstmals auch als Drehbuchautorin genannt ist. Im Mittelpunkt steht ein Lausbub, der allerlei Abenteuer, mal als aufsässiger Schüler einer Gouvernante und mißverstandener Stiefsohn (UNVERSTANDEN, 1915), mal als eifersüchtiger Rivale seines großen Bruders (BUBI IST EIFERSÜCHTIG, 1916), zu überstehen hat. In der Illustrierten Kinowoche (Nr. 37, 1916) wird Joseph Roemer, der den Bubi spielt, nicht als dressiertes Kinokind bezeichnet, sondern als eine „Naturblume, die sich so gibt, wie sie der Schöpfer in die Welt gesetzt hat“.
1917 vergrößert Henning offenbar ihre Firma. Produziert werden weiterhin Bubi-Filme, zwei neue Serien kommen hinzu: die Ally-Kolberg- und die Krümelchen-Serie. Henning setzt mit diesen Filmen weiter auf ein Genre, das bisher vorwiegend von amerikanischen Produktionsfirmen angeboten wurde, auf den Kinder- und Jugendfilm. (...) 1919 erhält sie die Chance, große Spielfilme zu inszenieren.
Ute Schneider, CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. München 1986